Inhalte über Server teilen, ohne Datenbanken zu teilen

Wenn mehrere Teams, Standorte oder Kunden jeweils eine eigene Aipokit-Instanz betreiben, stellt sich schnell die Frage: Wie teilen sie Inhalte?

Die naheliegende Antwort — eine gemeinsame Datenbank oder eine zentrale Cloud — widerspricht dem Zweck des Self-Hostings. Aipokits Federation verfolgt einen anderen Ansatz.

Funktionsweise

Federation ist pull-basiert, wie RSS oder Git-Remotes. Jeder Server zieht periodisch einen Katalog öffentlicher Medien von konfigurierten Peers. Inhalte werden über den anfragenden Server proxied — Nutzer verlassen ihre Heiminstanz nicht.

Das Modell ist einfach:

  1. Server B hat eine Bibliothek öffentlicher Schulungsvideos
  2. Server A registriert Server B als Peer (mit API-Key)
  3. Server A zieht alle 15 Minuten Server Bs Katalog
  4. Nutzer auf Server A durchsuchen und sehen Server Bs Inhalte wie lokale
  5. Thumbnails werden sofort gecacht. Vollständige Medien beim ersten Zugriff

Keine gemeinsame Datenbank. Keine bidirektionale Synchronisation. Kein zentraler Koordinator.

Was wird federiert

Nur Medien — Bilder, Videos, Dokumente. Jeder Server-Katalog exponiert nur explizit als öffentlich markierte Items. Workspaces, Agenten und interne Inhalte bleiben privat.

Federierte Inhalte erscheinen in einem dedizierten Browser auf dem Consumer-Server. Klar als remote und read-only gekennzeichnet — kein Risiko versehentlicher Bearbeitung.

Warum Proxy statt Redirect?

Wenn ein Nutzer auf Server A ein Video von Server B sieht, holt Server A es und liefert es aus. Der Browser spricht nur mit Server A. Das ist relevant, weil:

  • Keine gemischte Authentifizierung — Nutzer brauchen keine Konten auf mehreren Servern
  • Funktioniert hinter Firewalls — Server B kann im privaten Netz liegen, solange Server A ihn erreicht
  • Offline-Resilienz — fällt Server B aus, funktionieren gecachte Inhalte weiter
  • Zugriffskontrolle bleibt lokal — Server A entscheidet, wer federierte Inhalte sieht

Management-Perspektive

Federation löst das Kollaborationsproblem ohne Abhängigkeit zu schaffen. Jedes Team oder jeder Kunde behält eigenen Server, eigene Daten, eigene Backups. Inhalte fließen zwischen Servern on demand, mit Kontrolle an jedem Punkt.

Typische Szenarien:

  • Multi-Standort-Unternehmen — jeder Standort teilt seine Schulungsbibliothek mit den anderen
  • Beratungslieferung — interner Server federiert kuratierte Inhalte zu Kundeninstanzen
  • Partnernetzwerk — mehrere Organisationen teilen öffentliche Medienkataloge ohne Infrastruktur-Zusammenlegung

Jeder Server funktioniert allein. Federation ist additiv — einschalten, wenn nötig; ausschalten, wenn nicht.

Published